Unter diesem Motto stand mein Sonntagsausflug zu den Pyramiden von Teotihuacán (=Dort, wo man zu Gott wird). Ich sag euch gleich, wer mehr darüber wissen will, der sollte den Ort einfach googeln, da ich ja Politikwissenschaftlerin und keine Historikern bin ;-)
Es war wirklich beeindruckend. Schon die Hinfahrt war ein Abenteuer: Stellt euch einen großen Busbahnhof mit mehreren Aufgängen von der U-Bahn zu den Bussen vor und eine verschlafene Tanja, die keine Ahnung, welchen Aufgang sie nehmen muss. Nachdem ich mich - als Touristin geoutet - zu dem Pyramidenbus durchgefragt hatte, bin ich dort von einem fast vollen Bus (Marke alte Ledersitze ohne Beinfreiheit) empfangen worden. Nachdem dann irgend wann auch der letzte Platz bestezt war, fuhren wir eine Stunde über die Dörfer nach Teotihuacán. Hätte ich mal den Reiseführer gelesen und den Bus genommen, der über die Autobahn fährt...
Alleine der erste Eindruck hat mich aber für das frühe Aufstehen und für den sehr nahesitzenden Busnachbarn entschädigt. Wichtig ist, dass man sich gleich am Anfang komplett zum Affen macht und sich so nen schönen Strohhut andrehen lässt. Damit ich letzte Zweifel über den Status (EinheimischeR oder Touri) für alle sichtbar geklärt sind. Ich war wirklich froh, dass nicht nur ich mir so einen Sombrero gekauft habe. Gibt es so etwas wie eine internationale Solidarität unter TouristInnen? In der Mittagshitze war ich froh über meine Freund, den Hut, auch als ich meinen Freund, den Kaktus, wieder gesehen habe. Das schönste jedoch war diese Stille. Ruhe. Einsamkeit. Vögel haben gesungen und keine Polizeisirenen, die im stundentakt am Zimmer vorbei rauschen. Und dann dieses Grün. Und so viele Kakteen! Im Museum war ich auch, was wirklich interessant war. JedeR, der/die mich besser kennt, weiß, dass ich Museen selten von Innen sehe. Dort waren aber nicht nur so Tonsachen ausgestellt, sondern auch die Stadt selbst war nachgebaut, die einst die größte Amerikas war. Da sind wir noch fast auf den Bäumen rumgesprungen, da haben die hier schon erste Politische Systeme aufgebaut. Und eben Pyramiden gebaut. Spätestens sind die HistorikerInnen froh, dass ich PoWi studiere.
War es auf dem Weg zum Museum noch ruhig, so beherrschten jetzt Pfeiffenlaute kleiner Kinder die Umgebung. Diese kleinen Tonflöten sind ja alleine ganz schön, aber ... Und dazu schießen sie mit Pfeil und Bogen, die man dort auch überall kaufen kann. Wer macht so was? Ich mag Kinder, aber in dem Moment nur gegrillt. Die Mondpyramide war wieder etwas steil und so manche BesucherInnen wussten in diesem Moment, dass sie Höhenangst haben. Bei uns wäre dort wenigstens ein Geländer an jeder Seite oder man dürfte er gar nicht drauf. Hier war zwar in der Mitte was zum Festhalten, aber so wirklich trauen wollte man der Plastik-Stahlseil-Konstruktion nicht wirklich. Das interessante ist nur, dass hier nix passiert. Ich glaube, bei einer Treppe ohne Geländer würden bei uns reihenweise die Leute herunter fallen. Oder nicht? Auf jeden Fall würde das Bauamt kommen oder sonst eine Behörde.
Am Schluss habe ich mir alte Mauern mit Malereien angesehen und bin durch erhaltene Gebäude gelaufen. Dort wa
Am Nachmittag bin cih dann wieder in Mexiko Stadt angekommen und habe, nachdem ich über den Porno-DVD-Markt gelaufen bin, irgendwie zur U-Bahn gekommen und zu Hause angekommen. Dort haben mich vor der Tür meine zwei Kellner vom Restaurant nebenan schon erwartet, die mir jeden Abend sagen, dass ich bezaubernd aussehe und nicht so lange arbeiten soll. Ist doch schön, wenn man erwartet wird. Und das in der Großstadt.
Das war mein kleiner Sonntagsausflug zu dem Ort, wo man zu Gott wird. Weiß nicht, ob ich jetzt göttlich bin, auf jeden Fall bin ich müde und in ein paar Stunden warten die Gewerkschaften schon wieder auf mich.
Bis bald! Eure Tanja
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