Freitag, 20. Juli 2007

Willkommen im Alltag


Hola a todas y a todos!

Ich lebe noch immer im Herzen dieser verrückten Stadt. Die letzten zwei Wochen waren doch anstrengender als ich dachte, daher komme ich erst jetzt zum Schreiben. Was habe ich eigentlich gemacht?

An meinem Wochenende war ich mit Micha und ein paar seiner Freunde auf dem Chopo. Das ist ein Alternativmarkt für CDs, Shirts, Bücher und so, auf dem sich wohl die Alternativszene Mexiko Stadts samstags trifft. Lustig ist, dass sich alle Alternativszenen dort treffen: Punks wie Brit-Popper und Gothics wie Hippies. So was hab ich bei uns noch nie gesehen. Ist auf jeden Fall recht lustig, dass sich hier Menschen so unterschiedlicher Interessen friedlich versammeln und ein Jazz-Konzert hören. Danach waren wir Mojito trinken und ich hab schlimme Wörter gelernt...

Tags darauf hat Andrei sein lange erwartetes Gulasch mit Kartoffeln und Reis bekommen. Dafür waren wir extra am Markt einkaufen, der zwar nicht groß ist, aber so bunt und es so viele Dinge gibt, die ich noch nie gesehen habe. Und vor allem muss ich ja alles probieren. Dazu zählt auch Nopal, das ist ein Kaktus, den man in der Pfanne oder auf dem Grill röstet. Gibts im Bioladen auch als Saft (nie wieder!). Und dann gibts Mamé, eine süße Frucht, deren Geschmack ich nicht beschreiben kann. Von der Konsistenz wie Papaya.

Die Woche über hatten wir dann viel mit dem Projekt zu tun, welches sich nun immer mehr konkretisiert. Es soll ein Netzwerk aus Gewerkschaftlerinnen, WissenschaftlerInnen und NGOlerInnen werden, die in Unternehmen Untersuchungen hinsichtlich Arbeitsbedingungen durchführen sollen. Und dafür sind wir jetzt am Lesen der verschiedensten Rechtsquellen, Infos Institutionen und überhaupt. Das Schöne ist, dass wir komplett in den Prozess mit eingebunden sind und nicht nur die Kaffee-Koch-Praktikanten sind. In der gleichen Woche fand zudem noch ein Coloquio, also eine Podiumsdiskussion in einem Hotel direkt am Hauptplatz Zocálo statt. Überhaupt sind wir ziemlich oft in Hotels für Tagungen und Besprechungen. Gestern waren wir im Sheraton. Ich sage euch, nach diesem Praktikum kenne ich sie alle... Der Kaffee war bisher im Sheraton am Besten. Über die Podiumsdiskussion gibts auch einen kurzen Bericht auf Startseite der Homepage www.fesmex.org von mir.

Letzte Woche hatten wir hier dann auch noch Besuch von zwei anderen ASA-Teilnehmerinnen, die nach Guatemala, bzw. El Salvador weitergereist sind. War so komisch, da wir uns ja erst wenige Tage zuvor bei Berlin getroffen hatten und dann zusammen in der U-Bahn in Mexiko saßen. Die Beiden sind mittlerweile wohl auch in ihrem Projekt angekommen und werden durchstarten.

Vergangenes Wochenende war ich dann krank, was bis Mitte der Woche angehalten hat. Aber jetzt fühle ich mich eigentlich ganz fit und werde heute noch einen Artikel für meine Institutszeitung in Wien fertig schreiben. Andrei hat mich zudem total lieb mit Sushi und mit DVDs versorgt- ein Engel! Wie ihr seht: Ich bin im Alltag angekommen. Mir gefällt es wirklich gut hier und mit der Arbeit kann ich mich auch anfreunden.

Am Sonntag werde ich mir mal die Umgebung genauer ansehen und zu den Pyramiden fahren, die ca. 50 km von hier sind. Aber davon dann mehr beim nächsten Mal! Mit den beiden verrückten Jungs arbeite ich hier übrigens. Links das ist Micha und rechts ist Malte. Ich versteh mich voll gut mit ihnen. Das Mädel, das jetzt in El Salvador ist, ist auch eine Freundin von Malte. So klein ist die Welt! Oder so globalisiert ist eine bestimme Menschengruppe auf dieser Welt?

Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! Genießt eure wüstenartigen Termperaturen.

Bis bald! Hasta luego!

Tanja

PS: Tinchen, alles Liebe zum Geburtstag! Hier hast du noch Geburtstag! Hab dich nicht vergessen! Melde mich morgen bei dir. Kuss an die Familie.



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